Phase F

 

Dr. Markus Braun mit Patient und AngehörigemZu einigen unserer Bewohner ist eine Kontaktaufnahme möglich. Unser Grundsatz lautet daher -  keiner unserer Bewohner ist Wahrnehmungs- bzw. Bewusstlos.

Es lässt sich jedoch nichts darüber Aussagen, was der Mensch tatsächlich von unserer Umwelt aufnimmt und wie es sein geschädigtes Gehirn verarbeitet. Es ist daher von größter Wichtigkeit, unserer Bewohner stets optische , akustische und taktile Reize anzubieten.

 

Dies erfolgt insbesondere durch :

  • Dauernde Ansprache mit Namen
  • Einbeziehung und Erklärung der regelmäßigen pflegerischen Tätigkeiten
  • Anwendung der Initialberührung bei Kontaktaufnahme
  • Es ist auch unter ethischen Gesichtspunkten geboten, mit unseren Bewohnern so zu sprechen, wie wenn sie alles verstehen können und über das, was ihnen pflegerisches getan wird und was alles um sie herum geschieht, zu informieren.
  • Musik, insbesondere Musik in der Muttersprache
  • Durch Angehörige gesprochene Kassetten mit Geschichten, positive Erlebnisse, Gedichte

 

Durch Ansprache kann man auch die emotionale Ebene des Patienten positiv einwirken, um eine Entspannung der Muskulatur zu erreichen.

 

In der Phase F sind mögliche Krankheitsbilder

 

  • Schädel-Hirn-Traumen
  • Sauerstoffmangelschäden, z.B. nach Herz- / Kreislaufversagen und Reanimation
  • Hirnblutungen
  • Schlaganfälle
  • Entzündliche und toxische Hirnerkrankungen
  • Tumoren
  • neurologische Syndrome wie z.B. Locked-in-Syndrom, Apallisches Syndrom, etc.

 

Was versteht man unter Phase F?

 

Unter Phase F der neurologischen Rehabilitation wird die Behandlung- und Rehabilitationsphase verstanden, in der Dauerhaft unterstützend, betreuende

und / oder Zustandserhaltende und Zustands verbessernde Leistungen erforderlich sind.

 

Zu diesen Leistungen können in Abhängigkeit von Befinden und Bedarfslage der betroffenen Personen Grund- und Behandlungspflege, ständige Beaufsichtigung, medizinische  - therapeutische, psychodiagnostische und psychotherapeutische sowie heilpädagogische- sozialtherapeutische Maßnahmen, Leistungen zur Unterstützung der schulischen, beruflichen oder sozialen Eingliederung, Beratung und schließlich betreute Wohnversorgung bis hin zum stationären Langzeitaufenthalt gehören.

 

 

Wenn wir an die Tür des Bewusstseins eines Menschen im Wachkoma anklopfen,
müssen wir kurz innehalten, wissend, aber unvorbelastet, ohne Vorurteile anklopfen.

Es gibt keine Garantie, dass uns aufgemacht wird.

Viele Menschen im Wachkoma lassen die Tür zu ihrem Bewusstsein für immer geschlossen.

Trotzdem müssen wir es immer wieder versuchen !

 

Wald

 

 


 

Info

Phasenmodell in der neurologischen Rehabilitation (PDF, 70 kb)

 

Differenzierung v. Koma, Wachkoma, Locked-In-Syndrom (PDF, 70 kb)

 

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